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Die Außenstelle Kenzingen
Zur früheren Geschichte :
Um 1416 wurden in Kenzingen in zentral gelegener Lage vom Johanniterorden ein Kloster eingerichtet .
Der Ursprung des Johanniterordens ging zurück bis in das Jahr 1048 nach Christus. Der Orden hatte die ursprüngliche Aufgabe , fremden Besuchern der heiligen Stätten im Krankheitsfall zu helfen. Man erwarb sich große Verdienste durch die Pflege des Christenheeres bei den Kreuzzügen.
Es entstand später der geistliche Ritterorden der Johanniter mit dem Ziel des verstärkten Kampfes gegen Ungläubige und den Schutz des heiligen Grabes.
Später entstand daraus die Gemeinschaft des Malteser Ordens, man bildete in ganz Europa Zweigniederlassungen . Im Gebiet Süden war zunächst Freiburg der Hauptsitz, später war dieser in Heitersheim.
In Kenzingen entstand das Kameralhaus , eine große Scheune entlang der Eisenbahnstrasse (vorher die verlängerte Brotstrasse genannt). Eine kleine Kirche, ein Trotthaus und ein Gefangenenhäuschen schlossen sich neben dem Kameralhaus in die Metzgerstrasse an.
Die heutige Justizvollzugsanstalt Kenzingen steht genau auf dem Gelände dieses Anwesens und könnte, was die Grundmauern betrifft, ein Rest des ehemaligen Gefangenenhäuschens sein. Bei früheren Renovierungsarbeiten wurden Fenster entdeckt, die vom ehemaligen Kirchlein oder gar von einem Kreuzgang stammen könnten.
Das eigentliche Kameralhaus – das Verwaltungsgebäude – steht noch heute im alten Baustil neben der heutigen Justizvollzugsanstalt nebenan in der Metzgerstrasse.
Aus der weiteren Entstehungsgeschichte des heutigen Gefängnisses :
1525 : Mit Beginn des Bauernkrieges wurde das ehemalige Johanniterkloster niedergebrannt.
1689 : Nach Beendigung des 30-jährigen Krieges wurden die dort zerstörten Teile ebenfalls wieder teilweise aufgebaut.
1806 : Das Land Baden übernahm den gesamten Besitz . Es waren noch Reste des ehemaligen Gefangenenhäuschens vorhanden. Das Gebäude wurde nun als Gefängnis weiter ausgebaut und gehörte zum Landesgerichtsgefängnis in Freiburg.
1972 : Als die Justizvollzugsanstalt Offenburg selbstständig wurde , kam das Gefängnis in Kenzingen als weitere Außenstelle zur Justizvollzugsanstalt Offenburg hinzu. Seit 1972 wird in Kenzingen offener Vollzug betrieben. Die dort Inhaftierten werden Im Rahmen des Freiganges an freie Beschäftigungsstellen im Bereich Freiburg bis Rastatt in Betrieben eingesetzt. Jeweils nach Arbeitsende kehren diese Freigänger wieder in die offene Anstalt Kenzingen zurück.
